Vertrauen auf beiden Seiten spielt eine grosse Rolle. Gefesselt werden bedeutet sich freiwillig auszuliefern, sich bewusst einer Situation von Wehrlosigkeit auszuliefern. Dies kann beim Fesselnden ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, sowohl Beschützerinstinkte als auch sadistische Impulse auslösen. Es gilt diese Gefühle nicht abzuwehren, sondern kreativ in das Spiel zu integrieren.
Auch die körperliche Belastung lässt sich am besten einschätzen, wenn man sie aus eigener Anschauung kennt. Da manche Fesselung bei falscher Ausführung auch gefährlich sein kann, trägt der Fesselnde eine grosse Verantwortung und sollte daher den Mut und die Hingabefähigkeit des Gefesselten auch selbst aufbringen können. Der Gefesselte hingegen ist mehr als nur passives Modell, mit seinem Körper gestaltet er die Technik aus. Er sollte daher wissen, ob und warum Knoten richtig sitzen um mit der Fesselung spielen zu könne. Er trägt durch sein Verhalten und seine Kommunikationsfähigkeit entscheidend zum Gelingen der Szene bei. Körperbewusstsein und eine gewisse Fitness sind beim Bondage eine grosse Hilfe. So beginne ich meine Klassen zumeist mit einigen Yogaübungen um Aufmerksamkeit, Muskelkraft und Disziplin zu üben, aber auch Entspannung, Hingabe und Loslassen.