schwellE 7
 
 
 

PETER BANKI
studiert seit 1988 Philosophie und Literatur. Seitdem hat er bei einer Reihe zeitgenössischer Denker gelernt, unter anderem bei Jacques Derrida und Jean-Luc Nancy. Zur Zeit lebt er in Berlin mit einem Stipendium der Freien Universität Berlin. Er hat Essays über Blanchot, Heidegger, Derrida, Freud, Lyotard und Lacoue-Labarthe in akademischen Zeitschriften in Französisch und Englisch geschrieben. Aktuell schreibt er gerade seine Doktorarbeit am Institut für Deutsche Sprachen und Literatur an der Universität New York unter der Leitung von Avital Ronell. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Vergebung in einer Epoche der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Seit 2003 hat er an mehrere Workshops und Arbeiten in Jagniatkow, Berlin und Black Rock City mit Felix Ruckert teilgenommen. Davor arbeitete er in New York mit Daniel Lepkoff, einem der Gründer der Kontaktimprovisation. Er tanzte zuerst 1997 mit Annetta Luce, die ihm beibrachte, seine Füße zu spüren. Er war ebenso 1998 in Sydney Mitgründer der elektronischen Zeitschrift Contretemps.
Seine Internetseite lautet: www.peterbanki.com 

Kontakt: infiniteyes@gmail.com
------------------------------------------
TO FORGIVE - 
THE UNFORGIVABLE 
DAS UNVERZEIHLICHE -VERZEIHEN

A „PHILOSOPHER““WHO WANTS TO DANCE...
EIN „PHILOSOPH “ MÖCHTE TANZEN...

PERFORMANCE VON PETER BANKI (IN ENGLISH!)

SAT / SUN
July, 10-11, 2010, 8:30 pm
------------------------------------------
PETER BANKI ‚S
Reading Group 
Zur Zeit keine festen Termine 

Aus welcher Perspektive kann Lesen als Schwellenerfahrung, als Grenzerlebnis verstanden werden?
Lesen ist mehr als Verstehen und das Bemühen um Verstehen; es ist auch Auseinandersetzung mit Nicht-Verstehen, Unsicherheit und Selbst-Unsicherheit. Lesen ist Sinn erzeugen und die Konfrontation mit Un-Sinn, mit dem, was noch keinen Sinn ergibt. Es ist nicht nur Reaktion und Rezeption - es ist auch Zurückweisung und Widerstand: Die Unzulänglichkeit, die Weigerung zu Lesen und das Unlesbare. Lesen ist Aufmerksamkeit, Konzentration; das Aushalten von Mehrdeutigkeit, von Ambivalenz. Schmerz. Lesen ist auch Schmerzverarbeitung, die Bereitschaft des Körpers und Geistes sich berühren, verändern zu lassen. Oder beschützt zu werden. Lesen ist gleichzeitig Luxus und Notwendigkeit. Aus der Natur der Sache heraus ist es eine soziale Aktivität - die immer Einsamkeit erfordert.

"Lesen - diese Übung"

In der Reading Group wollen wir uns mit zwei Arten des Lesens befassen. Erstens mit Lesen in seiner klassischen Bedeutung des Lesens von Büchern. In dieser Hinsicht dient die Reading Group als Anlass, sich mit literarischen, psychologischen und philosophischen Arbeiten von Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Sarah Kane, Taeko Kono, Kafka, Freud, Fromm, Seneca, Sartre, Jaspers und Anderen auseinander zu setzen, zumal für Menschen ohne einen akademischen Hintergrund, die sonst nicht in Kontakt mit diesen Autoren kämen. Dem gegenüber stellen wir die Lektüre von Texten, die expliziter mit Formen von radikaler Sexualität und der BDSM Szene verbunden sind, und Themen wie Schmerz, Angst, Scham, Aggression, Dominanz und Unterwerfung behandeln. Wir werden auch Texte lesen, die sich mit Kreativität beschäftigen und an das Konzept der Schwelle 7 anknüpfen. 

Zweitens verstehen wir Lesen in einer allgemeineren, umfassenderen Weise, die sich an Jacques Derridas These orientiert, dass es "kein Außen des Textes" ("Il n´y a pas de hors-texte") gibt. Im Derridaschen Sinn, in dem es kein Außen des Textes gibt, ist jede Geste, jeder Gedanke, jede Bewegung und jedes Bild, jeder Ort und jede Zeit, sogar jede Emotion - eine Einladung zu Lesen, ja bedeutet auf eine Weise sogar schon ein Lesen. In diesem allgemeinen Verständnis ist Lesen nicht eine Aktivität unter anderen, sondern etwas das wir latent tun, bewusst und unbewusst, selbst wenn wir die Sprache nicht verstehen oder "Analphabeten" sind.

Auf diese Art und Weise wollen wir im Workshop versuchen, verschiedene Arten des Lesens zu thematisieren und untersuchen, wie sie intelligent vermischt und sich gegenüber gestellt werden können: Lesen mit Wörtern, mit Bildern, mit Gesten und Bewegungen. Wir nutzen die Texte als Ausgangsbasis für diese Untersuchung.

Die Texte sind kurz und wir werden sie gemeinsam im Workshop lesen. Wir lesen an jedem Termin einen anderen Text. Vorbereitungszeit ist nicht nötig.

 Kosten :10 Euro pro Abend

THE QUEER WEEKEND 
ROMANTIC LIFE PERFORMANCE

FREITAG, samstag und sonntag, 11. / 12. /13. Juli 2008
(VON FR 18:00 BIS SONNTAG 24:00 DURCHGEHEND)

Freitag: Politik
Samstag: Sexualität
Sonntag: Kunst

Am Freitag geht es um das Thema QUEER TRAUMA. Am Samstag geht es um Sexualität, mit einer queeren Orgie als Abschluss. Tagsüber gibt es Installationen, Performances, Mini workshops und anderes in Vorbereitung des Abends. Am Sonntag spielen wir mit Rollen und Charaktern ( drag queen, drag king), der Entdeckung des performativen Aspekts von Queerness, mit einem QUEER CABARET am Abend.

---------------------------------------------------------------------------

Was genau ist “Queerness”? Würdest Du dich als “queer” bezeichnen?  Hast Du dein “Queer”-Sein entdeckt – bist Du mehr “queer” als alles andere?

Für mich ist “Queer”-Sein eine Form von Kreativität, ein Erfindungsreichtum. Es bedeutet mit Genres und Codes zu spielen, sie zu vermengen, sie etwas anders bedeuten oder beinhalten zu lassen. “Queer”-Sein heißt letztendlich auf einer anderen Grundlage zu spielen, mit anderen Regeln. Es geht darum neue Spiele zu erfinden, oder alte Spiele neu zu spielen, mit anderer Bedeutung und Absicht.

“Queer” ist nicht identisch mit homosexuell, denn es ist durchaus möglich “queer” zu sein und heterosexuell und -nach meiner Auffassung- auch homosexuell ohne “queer” zu sein. Der Begriff kommt von “quer”, was soviel bedeutet wie “darüber”, “im rechten Winkel dazu”, “diagonal”, “von der Linie abweichend”. Er bezeichnet eine Person, die “ irgendwie nicht richtig” ist, von gewisser Ver-rücktheit, die sich nur mangelhaft gesellschaftlichen Konventionen beugt,  sexuelle und kreative Abweichung praktiziert, die nicht-traditionelles Geschlechtsverhalten auszeichnet und die Opposition gegen Abgrenzungsmechanismen. “Queerness” bezieht sich also nicht nur auf Sexualität und Geschlecht, es ist ein Bewussteinszustand, eine Haltung. Eine spielerische Einstellung, die simple Schubladen und Etikettierungen ablehnt. Eine Art verletzlich zu sein, und zugleich stark. Verwirrung, Unvorhersehbarkeit, Unterbrechung, Flüssigkeit, Unsicherheit, Verrücktsein. Schlegel’s Atheneum Fragment 116: Romantische Poesie

Dies ist ein ehrgeiziges Projekt. Wir möchten ein Wochenende lang eine “Queer Life Performance” installieren (Freitag, 18:00 bis Sonntag, 24:00). Dies ist kein workshop, sondern ein flexibles und temporäres Stück Life-Art. Es wird keine besondere Leitung geben, aber eine traumartige romantische Athmosphäre. Es wird Raum geben etwas zu riskieren und einen Teil von Dir zu untersuchen und zu entwickeln, der in keine vorgefertigten Kategorien passt. Es wird die Möglichkeit geben, an Installationen, Aktionen und Happenings teilzunehmen, es wird Film und Kabarett geben. Jede/r kann seine eigenen “queeren” Themen und Aktionen einbringen.

TAGESKARTE: 15/10 EUR (je nach Einkommen), 
DAS GANZE WE 30 EUR. 
Es besteht die Möglichkeit jederzeit zu kommen oder zu gehen. Auch Übernachtung ist möglich.


http://www.peterbanki.com/mailto:infiniteyes@gmail.comUNFORGIVABLE.htmlUNFORGIVABLE.htmlshapeimage_2_link_0shapeimage_2_link_1shapeimage_2_link_2shapeimage_2_link_3
ENGLISH
 Version
ENGLISH
 VersionPeter%20ENGL.htmlshapeimage_4_link_0